17.08.2019

Ausbildung

In diesem interessanten Video erzählen Flugschüler des Fliegerclubs Strausberg wie die Ausbildung zum Segelflugpiloten abläuft. In Bad Neustadt funktioniert das ganz genauso.

Wer kann fliegen?

Frauen und Männer. Alt und jung. Die Ausbildung für den Pilotenschein kann man bereits mit 14 Jahren beginnen (Segelflug). Voraussetzung für den ersten Alleinflug ist eine ärztliche Flugtauglichkeitsuntersuchung.

Was wird ausgebildet?

Theorie (Meteorologie, Navigation, Technik, Luftrecht, Flugfunk, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen) und Praxis.
Die praktische Ausbildung erfolgt auf vereinseigenen Segelflugzeugen und dem Motorsegler. Die Motorseglerausbildung setzt eine bereits vorhandene Segelflug- oder Motorfluglizenz voraus.

Benötigt man ein eigenes Flugzeug?

Nein, der Verein stellt seinen Mitgliedern sowohl für die Schulung (Segelflug und Motorsegelflug), als auch später Flugzeuge zur Verfügung. Zur Zeit besitzt der Verein vier Segelflugzeuge, einen Motorsegler und ein Motorflugzeug (Liste). Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit fast allen Nachbarvereinen, hierdurch können Flugschüler und Scheininhaber noch viele andere Flugzeuge nutzen.

Wie lange dauert die Ausbildung?

  Segelflug Motorsegelflug Motorflug
Theorie: 60 h   80 h
Praxis:
davon Alleinflug:
30 h
15 h
+ 6 h 40 h
15 h
Starts bis zum Alleinflug: 50 - 100 75 - 125 100 - 150
Kosten bis zum Schein:    2500 Euro 4500 Euro 9000 Euro
Kosten pro Monat (später):    80 Euro 120 Euro 200 Euro

Die in der Tabelle angegebenen Zeiten sind die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststunden. Die Motorseglerausbildung erfolgt entweder als Erweiterung der Segelfluglizenz oder als Teil der Motorfluglizenz. Für die Theorie gibt es keine Pflichtstunden mehr, aber man sollte von den obigen Stunden als Lernbedarf ausgehen. Die tatsächlich notwendigen Flugstunden und die Anzahl der Starts bis zum Alleinflug sind individuell sehr verschieden. Die Kosten sind grobe Schätzungen auf Basis der Lebenserfahrung des Autors und hängen natürlich vom Anbieter ab. Die Summen sind erheblich höher als für einen Autoführerschein, sollten aber dennoch nicht abschrecken. Es ist sinnvoll die Ausbildung über 2 Jahre zu strecken und dann relativieren sich diese im Vergleich zu anderen Hobbys und Sportarten. Man schaue zum Beispiel auf alpines Skifahren, Golf, Tennis oder auch Motorsportarten. In Vereinen ist es häufig möglich die persönlichen Kosten durch Arbeitsleistungen zu senken. Wenn man mit dem Segelflug anfängt, dann ist es möglich die Lizenzen für motorgetriebene Luftfahrzeuge (UL, Motorsegler, Motorflugzeuge) preiswerter zu erhalten, im Nebeneffekt verfügt man über eine umfangreicherere Flugerfahrung.

Bei den Kosten pro Monat sind sehr großzügige Werte eingesetzt. Diese würden für Vielflieger gelten, die keinerlei kostenfreie Fliegerei betreiben. Die Skala ist nach oben offen, wenn man ein eigenes Flugzeug betreibt, was aber nur wenige Piloten tun. Es ist üblich sich die Maschinen über sogenannte Haltergemeinschaften zu teilen.

Die Segelflugausbildung im Verein erstreckt sich in der Regel auf zwei Jahre. In der ersten Saison wird der erste Alleinflug angestrebt (nach 50-100 Starts). Im Winter kann man nach entprechendem Lernen die Theorieprüfung ablegen. Im zweiten Jahr steht dann das Erlernen des Streckenflugs und das Ablegen der praktischen Prüfung im Vordergrund.
Den Luftfahrerschein für motorgetriebene Luftfahrzeuge kann man schneller absolvieren. Wir empfehlen aber die Ausbildung über mindestens ein Jahr hinweg zu gestalten. Dies erhöht die Erfahrung bei Scheinerwerb und ist auch aus finanzieller Sicht vorteilhaft.

Muß man Vereinsmitglied sein?

Nein, man kann auch in kommerziellen Schulen das Fliegen erlernen. Wer allerdings auf unserem Platz lernt, muß Vereinsmitglied oder zeitweiliges Gastmitglied sein. Dies hat den Vorteil, dass unsere Gäste problemlos alle vereinseigenen Einrichtungen benutzen können. Man sollte beachten, dass die vereinsinterne Flugausbildung in aller Regel erheblich preisgünstiger ist, als eine Ausbildung in einer kommerziellen Flugschule. Die Kombination zwischen kommerzieller Flugschule und dem Verein kann, zum Beispiel um Zeit zu sparen, sehr sinnvoll sein.